Pressemitteilung der SNSB
SNSB IT-Zentrum

DFG fördert die nationale Anlaufstelle für wissenschaftliches Datenmanagement bis 2021

Die Deutsche Föderation für Biologische Daten unterstützt Wissenschaftler beim Forschungsdatenmanagement

München, 15.05.2018

Daten sind die Grundlage empirischer Wissenschaften. Auch in den Bio-, Geo- und Umweltwissenschaften werden Datensätze immer umfangreicher und komplexer. Gleichzeitig bieten sie aber auch immer neue Möglichkeiten – zum Beispiel, wenn ältere Datensätze mit neuen Analysemöglichkeiten kombiniert werden. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt Deutsche Föderation für Biologische Daten (GFBio) soll das Management von Forschungsdaten verbessern und den Austausch unter Forschenden stärken. Ab August fördert die DFG das Projekt in seiner dritten Phase mit rund 4,3 Millionen Euro. Die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns sind mit ihrem anerkannten Zentrum für Forschungs- und Sammlungsdaten wieder mit dabei.

„GFBio hilft, ein zentrales Problem der aktuellen Forschung zu lösen: Forschungsdaten auf Dauer nutzbar zu machen und bessere Wissenschaft zu ermöglichen“, sagt Dr. Michael Diepenbroek, Manager des Datenzentrums PANGAEA, an dem das Projekt GFBio koordiniert wird. GFBio bringt Biodiversitäts-, Genom-, Sammlungs- und Umweltdaten zusammen. Daraus entsteht ein großes Potential für die Wissenschaft. So stehen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bereits jetzt fast 5,5 Millionen Dateneinträge aus den acht angeschlossen GFBio-Datenzentren über die Suche des Portals und somit für die Nachnutzung in der Forschung zur Verfügung.

Daten aus öffentlich finanzierter Forschung sollten breit und frei zugänglich sein, und zwar sowohl Rohdaten, die im Forschungsprozess selbst entstehen, wie auch Metadaten, die beschreiben, unter welchen Bedingungen und mit welchen Verfahren die Forschungsdaten zustande gekommen sind. Hier setzt das Projekt GFBio an. 19 Partner aus ganz Deutschland sind beteiligt, darunter Universitäten, Museen und molekularbiologische Archive. Die Teilnehmenden an dem Projekt haben sich den Prinzipien des „FAIR Data“ verschrieben. In diesem Zusammenhang steht FAIR für „Findable, Accessible, Interoperable and Re-usable”, also auffindbar, zugänglich, integrierbar und wiederverwendbar.

GFBio dient dabei als nationale Anlauf-, Vermittlungs- und Beratungsstelle für alle Fragen der Standardisierung und des Managements von biologischen Forschungsdaten während des gesamten Lebenszyklus der Daten, also von der Erhebung über die Archivierung bis hin zur Publikation. In der Konzeptions- und Implementationsphase des Projektes ist unter anderem das Datenportal www.gfbio.org entstanden. In der ab Sommer beginnenden dritten Phase geht es vor allem darum, das Serviceangebot gemeinsam mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu verbessern sowie eine nachhaltige Forschungsdateninfrastruktur aufzubauen. Um dieser eine rechtliche Struktur zu geben, wurde der gemeinnützige Verein GFBio e.V. gegründet.

Insgesamt beträgt das Fördervolumen für die kommenden drei Jahre 4.370.000 Euro. Das IT-Zentrum der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (www.snsb.info) ist bereits seit Beginn der ersten Förderphase 2013 maßgeblich an dem Projekt beteiligt. Es koordiniert die beteiligten Forschungs- und Sammlungsdatenzentren bei der Standardisierung von Datenarchivierung und Publikation von Biodiversitätsdaten. Das SNSB IT-Zentrum selbst hat in diesem Zeitraum rund 4,6 Millionen Datensätze in dem GFBio-Portal (www.gfbio.org) veröffentlicht und verfügt über eine langjährige Expertise sowohl als Datenrepositorium als auch im Bereich Biodiversitätsinformatik. Seit 20 Jahren entwickelt die Einrichtung Software zum Management von Forschungsdaten (Diversity Workbench Software; www.diversityworkbench.net), die sowohl von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als auch von GFBio empfohlen wird.

Weitere Informationen:
www.gfbio.org
https://twitter.com/GFBio_Project


Kontakt:
Dr. Michael Diepenbroek
GFBio-Koordinator
Telefon: 0421 218 65590
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dr. Dagmar Triebel
Leiterin des SNSB IT-Zentrums
Telefon: +49 89 17861252
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tanja Weibulat
GFBio-Mitarbeiterin am SNSB IT-Zentrum
Telefon: +49 89 17861304
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die „German Federation for Biological Data” (GFBio) ist ein seit 2013 durch die Deutsche Forschungsge-meinschaft gefördertes Projekt mit aktuell 19 wissenschaftlichen Partnerinnen und Partnern. Als Infra-struktur adressiert GFBio die Anforderungen im Forschungsdatenmanagement im Bereich biologischer und Umweltdaten von Forschungsinstituten, einzelnen Forschenden, deutschen Naturkundemuseen, Entwicklern wissenschaftlicher Software, sowie von großen Forschungsprojekten, -gruppen und -netzwerken. Die von GFBio angebotenen Dienste decken den kompletten Datenlebenszyklus von der Erfassung der Rohdaten bis zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Artikel und Datensammlungen ab. Unter anderem werden Forscherinnen und Forscher bei der Vorbereitung von Datenmanagementplänen unterstützt, die inzwischen in vielen Bereichen zum obligatorischen Teil von Forschungsanträgen gewor-den sind. GFBio agiert dabei als zentrale Ansprechstelle für die langfristige Datenarchivierung von biologi-schen und Umweltdaten. Die über GFBio abgegebenen Datensätze werden in einem oder mehreren der acht Datenzentren gemanagt und archiviert. Die Publikation von Datenpaketen erfolgt unter Vergabe von persistenten Identifiern (zum Beispiel DOIs – „Digital Object Identifier“). Um die Aufgaben über den Projektzeitraum hinaus sicher zu stellen, wurde 2016 der gemeinnützige, eingetragene Verein GFBio e.V. als rechtliche Einheit und zentraler Ansprechpartner gegründet.

Die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) sind eine außeruniversitäre Forschungsinstitution, nachgeordnet dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (StMWK). Sie vereinen fünf naturkundliche Staatssammlungen der Fachrichtungen Zoologie, Botanik, Mykologie, Geologie und Paläontologie, Mineralogie, Anthropologie und Paläoanatomie, sowie acht Schaumuseen in München, Bamberg, Bayreuth, Eichstätt und Nördlingen und den Botanischen Garten München, mit insgesamt ca. 250 Mitarbeiter/innen. Die naturkundlichen Sammlungen, die zurzeit etwa 35 Millionen Einzelobjekte umfassen, dienen der Forschung im Bereich der Bio- und Geowissenschaften sowohl innerhalb der Institution als auch im ständigen Austausch mit Wissenschaftlern und Forschungsinstitutionen weltweit. Gleichzeitig ziehen die SNSB mit ihren Museen, aber auch mit Sonderausstellungen, Vortragsserien und anderen Aktivitäten jährlich rund 750.000 Besucher/innen an und leisten so einen unverzichtbaren Beitrag zur Bildung der Bevölkerung.

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