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SNSB Pressemitteilung
Zoologische Staatssammlung München

Neu sortiert - Weichtiere der Meere Europas im Überblick

München, 29. Juli 2020

Muscheln, Schnecken und andere Mollusken begeistern viele Strandurlauber, Hobbysammler und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen. Weichtier-Forscher der Zoologischen Staatssammlung München (SNSB-ZSM) veröffentlichten kürzlich eine neue Übersicht der Meeresmollusken Europas. Diese basiert auf einer durch die Autoren neu mitentwickelten Systematik. Daneben gibt das Werk aktuelle Informationen zum Vorkommen, Lebensraum und zu ähnlichen Arten samt ihren Verwandtschaftsbeziehungen.

Was sind Mollusken überhaupt? Welche Rolle spielen sie für den Menschen, für Nahrungsnetze und Ökosysteme? Was hat es mit der oft wunderschönen Schale auf sich? Wo findet man sie und wie erkennt und bestimmt man die Arten? Wissenschaftler der Zoologischen Staatssammlung München (SNSB-ZSM) stellen nun in einem kürzlich erschienenen Buch über 1400 Arten von Weichtieren aus den Meeren Europas samt ihren Variationen, Verbreitungen und Ökologie vor. Darin präsentieren die Forscher die verschiedenen Untergruppen der Muscheln und Schnecken nach neuestem Erkenntnisstand ihrer Verwandtschaftsbeziehungen. Die Münchner Mollusken-Experten haben diese neue Weichtier-Systematik im Rahmen ihrer Forschungen in weiten Teilen mitentwickelt.

„Unsere Zusammenstellung der europäischen Meeresmollusken ist durch ihren taxonomischen Umfang und ihre fachliche Tiefe nicht nur für Molluskenliebhaber interessant. Sie ist auch als neues Standardwerk für die durch uns grundlegend überarbeitete Systematik der Mollusken zu verstehen“, so Prof. Gerhard Haszprunar, Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns und Direktor der Zoologischen Staatssammlung München.

Die Autoren zeigen die meisten der an der Küste häufigen Arten, und geben einen Überblick über die Vielzahl der Gruppen von Muscheln, Schnecken und anderen Weichtieren. Also die kleinen, versteckt oder im tieferen Wasser lebenden Tiere, die man bei entsprechender Suche finden könnte – noch, denn die Bestände gehen vielfach zurück. Hauptgrund ist das Verschwinden artenreicher Lebensräume (z.B. Seegraswiesen, Kalkalgenriffe oder Maerlgründe) und die Umweltbelastung etwa durch nährstoffreiche oder gar giftige Abwässer. „Um bedrohte Tierarten zu schützen, muss man sie wertschätzen – und dazu sollte man sie zunächst erkennen. Erst die genaue Kenntnis unserer Lebewelt kann helfen, die bedrohte Natur europäischer Küsten zu erhalten“, so Prof. Michael Schrödl, Kurator für Weichtiere an der Zoologischen Staatssammlung München.

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Schrödl
Zoologische Staatssammlung München (SNSB-ZSM)
Münchhausenstraße 21, 81247 München
Tel.: 089 8107 142
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Prof. Dr. Gerhard Haszprunar
Zoologische Staatssammlung München (SNSB-ZSM)
Münchhausenstraße 21, 81247 München
Tel.: 089 8107 104
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Publikation:
Alf, A., Brenzinger, B., Haszprunar, G., Schrödl, M. & Schwabe, E. A Guide to Marine Molluscs of Europe. Conchbooks, Hackenheim. 803pp.
https://www.conchbooks.de/?t=53&u=47232

Bild1 Diaphorodoris papillata

Die Meeres-Nacktschnecke Diaphorodoris papillata ist nur bis 1 cm groß. (Bild: M. Schrödl, SNSB-ZSM)

 

Bild2 Janolus cristatus

Janolus cristatus ist eine der bizarrsten und prächtigsten Arten von Nudibranchiern in Europa, Länge bis 5cm (Bild: M. Schrödl, SNSB-ZSM)

 

Bild3 Dondice banyulensis

Dondice banyulensis ist eine wehrhafte Schönheit: Die Tiere speichern Nesselzellen in den Spitzen ihrer Körperanhängsel, Länge bis 7cm. (Bild: M. Schrödl, SNSB-ZSM)

 

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