Forschung an der Botanischen Staatssammlung München (SNSB-BSM)

Die Botanische Staatssammlung München (BSM) erforscht die Diversität der Pflanzen und Pilze. Außerdem stellt sie Daten zu Sammlungsmaterial online bereit und entwickelt dazu geeignete Online-Informationssysteme, mit einem besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit der Datenflüsse und Lösungen. Die SNSB sind mit 54 veröffentlichten Datenbeständen seit 2007 erfolgreicher Data Publisher im GBIF Netzwerk, und mit 3,7 Millionen georeferenzierten Daten, darunter 1 Millionen Daten zu Sammlungsobjekten (oft mit Digitalisaten), sind die SNSB nun an dritter Stelle unter den 33 Datenlieferanten aus Deutschland.

BSM Fig 2 Drosera magnifica

Ein laufendes Forschungsprojekt befasst sich mit den in der BSM liegenden Sammlungen von P. F. von Siebold (1796-1866), dem Pionier der botanischen Erforschung Japans. Hier gilt es Typusmaterial für die von Siebold zusammen mit dem BSM Kurator J. G. Zuccarini (1797-1848) beschriebenen Arten zu finden und zu digitalisieren. Auch die weltweit verbreitete Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiacaee) wird taxonomisch bearbeitet.

Die kürzlich neu entdeckte Drosera magnifica aus Brasilien. Foto Paulo Gonella.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt der Abteilung Samenpflanzen ist die Biologie und Evolution fleischfressender Pflanzen, speziell der Droseraceae. Eine besonders spektakuläre neue Art, die in jüngster Zeit beschrieben wurde, ist Drosera magnifica die zuerst auf einem Foto im Internet entdeckt wurde. Forschungsschwerpunkt der Abteilung Flechten und Moose ist das symbiontische Zusammenleben von Pilzen mit Algen der Familie Trebouxiaceae. Molekulare Daten haben gezeigt, dass die Algen Gene aus "ihren" Pilzen aufgenommen und stabil in ihr eigenes Genom integriert haben. Für diese Studien hat die Botanische Staatssammlung München anspruchsvolle Techniken zur Isolation und Kultur der in den Flechten lebenden Algen etabliert.

Am SNSB IT Center, einer Abteilung der Botanischen Staatssammlung, werden Forschungs- und Infrastrukturprojekte aus dem Bereich Biodiversitätsinformatik durchgeführt. Dazu wird open-source Software für die Forschung entwickelt. Neben anderen Projekten werden Daten zur Flora von Bayern erschlossen. Diese reichen von Datensammlungen aus den Raster- und Biotopkartierungen seit 1946 über Daten aus der Digitalisierung handschriftlicher alter Herbaretiketten bis zu "handgestrickten" Datenbeständen einzelner Sammler. Das Projekt wird u.a. vom WWF Deutschland und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt gefördert.

Forschung am Botanischen Garten München-Nymphenburg (SNSB-BGM)

Der Botanische Garten München-Nymphenburg (BGM) hat die Aufgabe, Wild- und Kulturpflanzen aus der ganzen Welt und damit aus verschiedenen Klimagebieten nach wissenschaftlichen Kriterien zu sammeln, zu untersuchen, zu kultivieren und auszustellen. Seine Sammlung lebender Pflanzen dient auch der Forschung, wofür die Nachfrage aus der ganzen Welt stetig steigt.

An der umfangreichen Orchideensammlung des Botanischen Gartens wird die Chemie der Düfte von Orchideen erforscht. Für die technisch aufwändigen Analysen arbeitet der Botanische Garten mit Chemikern zusammen, die ihrerseits nur durch die am Garten vorhandene Expertise in der Kultur von Orchideen deren Blüten für Untersuchungen nutzen können. Düfte können nur an lebenden Blüten gewonnen werden! Es ist dies ein gutes Beispiel für die Bedeutung botanischer Gärten für Grundlagenforschung im Bereich chemische Ökologie.

Fig 1 Vanilla pompona

Ein anderer Schwerpunkt sind Untersuchungen an Chromosomen der Papaya-Familie (Caricaceae) und der Aronstabgewächse (Araceen), wobei modernste molekular-zytogenetische Methoden eingesetzt werden. Forschungsfragen betreffen die Rolle von Chromosomenverlusten und von Sex-Chromosomen.

Ein dritter Schwerpunkt sind seit einigen Jahren laufende Experimente zur Wahrnehmung von Temperatur und Tageslicht durch Knospen im Frühling. Im Hintergrund stehen dabei Fragen nach der Auswirkung von Klimaerwärmung auf Blattaustrieb und Frostschäden im Frühling.

Die Blüte einer Vanille-Art, Vanilla pompona.
Foto Günter Gerlach

intranet-anmeldung

intranet-anmeldung

BIOTOPIA - Naturkundemuseum Bayern

BIOTOPIA Logo Description WHITE